Vorwort
zur Chronik der Commune Fürstenberg
Die
Originalhandschrift der Chronik der Commune Fürstenberg, 400 Seiten umfassend
und in Schweinsleder gebunden, wurde von Ortsvorstehern, Pfarrern und Lehrern
des Dorfes100 Jahre lang mit großer Sorgfalt zur Überlieferung an künftige
Generationen geführt und durch den Rat der Gemeinde geprüft. So hatte es der
preußische Staat angeordnet. Der Förderkreis legt deshalb dieses Dokument als
Quelle zur Beschäftigung und Auseinandersetzung mit der Geschichte der Gemeinde
Fürstenberg vor, eines Ortes, der in keiner der damaligen Verwaltungsstrukturen
mehr Bestand hat, sei es als Kommune, Amt, Kreis, Regierungsbezirk oder Provinz.
Als Dorfgemeinschaft ist er dennoch sehr lebendig .
Der
erste Chronikband umfasst, mit der bischöflichen und napoleonischen Herrschaft
beginnend, die Zeit der Preußen in Westfalen und endet nach dem 1. Weltkrieg.
Er zeigt das Lebensbild eines Dorfes, die Sorge um das tägliche Brot, die Abhängigkeit der Bauern von den Naturgewalten Nässe und Dürre,
Hagel, Frost, Mäuseplage und Schneckenfraß, die vielschichtigen
Auseinandersetzungen der Gemeinde mit der Gutsherrschaft um die Gerechtsame und
die Ablösungen der Pflichten.
Aus
Schriftbild und Sprache sind 21 Verfasser zu erschließen, deren
Verschiedenartigkeit und Vielfalt die werkgetreue Wiedergabe der Urschrift zu
erhalten sucht. Die Rechtschreibung lag noch wenig fest, und die plattdeutsche
Umgangssprache beeinflusste die Schriftsprache der Chronisten.
Diese
Chronik vermittelt ein lebendiges Bild vom Leben der Gemeinde Fürstenberg und
gibt ein authentisches Zeitkolorit des letzten Jahrhunderts.