Im
Mittelalter gibt es auf dem Sintfeld drei Kirchörfer: Vesperthe,
Eilern und Dorsloh mit den zugehörigen Orten Zinsdorf, Bergheim,
Osteilern und Beffede. 1325 errichtet
Bischof Bernhard V. von Paderborn bei Vesperthe die Vorstenburg.
Bald danach werden in kriegerischen Fehden
zwischen Bischof und Rittern alle Dörfer vernichtet.
1449
wird im Schutze der Vorstenburg die "Freiheit
Fürstenberg" von den Herren Westphalen gegründet. Die
Familie Graf
von Westphalen hat bis heute hier ihre Residenz.
Zwischen
1601 und 1702
finden etwa 50 Hexenprozesse
statt, die für die Hexen meistens auf dem Scheiterhaufen enden. Da die
Gerichtsherren zu einer recht späten Zeit noch zwölf Verfahren durchführten,
erhielten die Einwohner Fürstenbergs den Spottnamen "Hexenverbrenner".
Am
19. August 1727 wird das ganze
Dorf durch ein unheilvolles Schadenfeuer
hinweggerafft, das um die elfte Nachtstunde entstanden ist. Danach
hat der Ort seine Blütezeit.
Gräfliches Gericht (1737), Katholische
Kirche (1751), Gutshof (1776) und Schloss
(1783) werden neu errichtet. Später kommen weitere öffentliche Bauten wie die Runde Schule
(1828), das Evangelische Bethaus
(1854), das Postamt (1885), das Krankenhaus (1885), das Amtshaus (1886),
die Rote Schule (1891) das Königliche
Amtsgericht (1893), das Kath. Pfarrhaus
(1894) und die Vikarie (1903)
hinzu.
Von
1800
bis 1903 betreiben Glasmeister im Wald des
Aatals eine Glashütte. Sie stellen Weißglas und Flaschen her.
Im
März 1848 ist das Schloss mit seinem Archiv
Schauplatz der heftigsten revolutionären Unruhen im Paderborner
Land. Das Archiv brennt, das Schloss wird verwüstet. Darauf hin besetzen
175 preußische Soldaten das Dorf. 116 Männer müssen sich in Paderborn
vor Gericht verantworten. 37 der Angeklagten werden wegen Diebstahls
und 46 wegen anderer Verbrechen bestraft, 33 werden freigesprochen.
Die
allgemeinen Weiderechte in der Feldflur und im Wald werden abgelöst
und 1871 mit Ackerland abgefunden. Die Holzrechte der Hausstellen im
werden bis 1885 abgelöst. In der Folge entwickelt sich die Landwirtschaft
positiv. Nachdem 1906 eine Molkerei ihren Betrieb aufgenommen hat, können
die Milchprodukte bis in die Städte des Industriegebiets abgesetzt
werden.
1895
werden alle Haushalte an eine zentrale Wasserversorgung angeschlossen.
Seit Juli 1918 wird die Gemeinde mit Elektrizität versorgt. Zur
Straßenbeleuchtung ersetzen 25 elektrische Lampen die bisherigen
Petroleumleuchten.
Da
die geplante Bahnstrecke von Büren ins Altenautal nicht gebaut wird,
richtet die Reichspost 1923 eine Omnibusverbindung nach Büren ein. Zwei
Jahre darauf wird die Linie auch nach Marsberg weitergeführt. Den
Personentransport nach Paderborn übernimmt der 'Wittekind-Kraftverkehr'.
Im
Mai 1930 wird in der 'Runden Schule'
ein Kindergarten eröffnet, der von den Dernbacher Schwestern geführt
wird, die auch das Krankenhaus leiten. Das ehemals Königlich Preußische
Amtsgericht wird 1932 zum Amtsgericht Büren verlegt.
Am
30.3.1945 besetzen amerikanische Truppen auf ihrem Vormarsch nach
Paderborn auch Fürstenberg. 1200 Zwangsarbeiter, die zum Bau
eines Feldflugplatzes auf dem Sintfeld eingesetzt waren, müssen von der
Gemeinde verpflegt werden.
Der
Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen erfordert die Schaffung von
Wohnraum. Auf der Esche werden auf Parzellen, die genügend Gartenfläche
zur Eigenversorgung bieten, 61 Wohnhäuser neu gebaut. Das Gut Eilern wird
1952 an 18 Landwirte aufgeteilt, die Vertriebene sind oder auf dem Gut
gearbeitet haben. Von 1955 bis 1975 werden 18 bäuerliche Hofstellen zur
Strukturverbesserung aus der Enge des Dorfes in die östliche Feldmark
ausgesiedelt.
Neue
Schulgebäude werden bezogen: 1956 die Realschule an der Haarener Straße
und 1959 die Volksschule an der Poststraße. Mit den Bebauungsplänen Pellenberg, Bergheimer Grund und Langenweg entstehen
zwei neue Wohnviertel. Ab 1972 werden auf der ehemaligen Kuhweide in einem
Feriendorf 170 Freizeitwohnungen errichtet. Die 1968 entstandene
Hauptschule
und die 1921 als Rektoratschule gegründete Realschule beziehen 1979
gemeinsam das Schulzentrum.